Die 7 größten Mythen rund um das Investieren in Gold

1. Gold generiert Erträge

Tatsächlich generiert Gold keine laufenden Erträge, da es als Rohstoff keine Gewinne erwirtschaften kann. Der Ertrag beim Goldinvestment resultiert ausschließlich aus Kursgewinnen oder -verlusten. Anleger können also lediglich von Kursgewinnen profitieren, wenn der Goldpreis steigt und sie ihr Gold zu einem höheren Preis verkaufen.

Im Gegensatz dazu bieten andere Anlageformen laufende Renditen: Bei Aktien sind es Dividenden, bei Immobilien sind es Mieteinnahmen. Bei Gold fehlen solche laufenden Erträge gänzlich, was sich bei sinkenden Kursen negativ auf die Wertentwicklung des Vermögens auswirken kann.

2. Nur Gold bietet Inflationsschutz

Es ist richtig, dass Gold eine Korrelation zur Inflation aufweist und somit einen gewissen Schutz vor Inflation bietet. Die Stärke dieser Beziehung zwischen Goldpreis und Inflation lässt sich allerdings nicht präzise bestimmen. Zwischen 2004 und Ende 2009 stiegen die US-Konsumentenpreise lediglich um 14 Prozent, während sie bis Ende 2010 auf den niedrigsten Stand seit dem Zweiten Weltkrieg sanken. In dieser Zeit vervierfachte sich der Goldpreis.

Langfristig betrachtet, ist es tatsächlich so, dass der Wert von Gold stabil bleibt, wenn man etwa Grundnahrungsmittel als Referenz nimmt. Im neubabylonischen Reich war der Nennwert von Gold angeblich so bemessen, dass eine Feinunze Gold den Wert von 350 Laib Brot hatte. Dieses Verhältnis schwankte zwar im Laufe der Geschichte immer wieder, aber selbst heute, mehr als 2500 Jahre später, bekommt man in Deutschland für eine Feinunze Gold immer noch rund 350 Laib Brot. Der Gegenwert hat sich also nicht gravierend geändert.

Gold ist jedoch bestimmt nicht die einzige Anlagemöglichkeit, mit deren Hilfe man sich vor Inflation schützen kann. Sachanlagen wie Immobilien oder inflationsindexierte Anleihen stellen ebenfalls gute Alternativen dar.

3. Gold hat kein Währungsrisiko

Da Gold in US-Dollar gehandelt wird, unterliegt es leider doch Währungsrisiken. Beim Verkauf von Gold erhalten auch Anleger im Euroraum erst einmal US-Dollar und müssen diesen Betrag dann in Euro umtauschen. Wechselkursschwankungen zwischen Euro und US-Dollar können sich deshalb sehr wohl auf den Gewinn auswirken. Ist der US-Dollar im Vergleich zum Euro gestiegen, machen Goldverkäufer zusätzlichen Gewinn, ist der Kurs gesunken, verlieren sie beim Verkauf Geld.

4. Gold behält immer seinen Wert

Gold zählt zu den ältesten Zahlungsmitteln und wird weltweit akzeptiert. Dies stellt einen bedeutenden Vorteil dar. Aufgrund der begrenzten Goldreserven auf der Erde behält das Edelmetall voraussichtlich stets einen gewissen inneren Wert.

Die Wertentwicklung von Gold hängt allerdings von der Nachfrage ab und kann deshalb nicht sicher vorhergesagt werden. So haben in den letzten Jahren weltweite Aktienfonds den Goldpreis deutlich übertroffen. Und obwohl es während der Finanzkrise einen regelrechten Gold-Hype gab, reichte diese Performance immer noch nicht aus, um einen globalen Aktienindex wie den MSCI World zu übertreffen.

Eine zukünftige Rekordentwicklung des Goldpreises ist nicht garantiert. Anleger, die mit Gold Gewinne erzielen möchten, müssen darauf hoffen, dass die Goldnachfrage weiterhin ansteigt. Sollte sie jedoch sinken, wird auch der Goldkurs fallen.

5. Gold ist stabil

Tatsächlich verhält es sich genau entgegengesetzt: Der Goldpreis zeigte in den letzten Jahrzehnten eine hohe Volatilität. Zum Beispiel erreichte er 2011 einen Höchststand von etwa 1.900 US-Dollar pro Feinunze, fiel jedoch bis 2013 auf unter 1.200 US-Dollar.

Gold weist stärkere Schwankungen auf als eine Investition in global diversifizierte Aktien und erzielt langfristig weniger als die Hälfte der Rendite.

Ein Vorteil von Gold besteht darin, dass es eine geringe Korrelation zu Aktien aufweist. Das bedeutet, dass sich der Goldpreis oft gegenläufig zu den Aktienkursen entwickelt. Während der Finanzkrise beispielsweise fielen die Aktienkurse, während der Goldpreis anstieg.

Um die Volatilität Ihres Aktienportfolios zu reduzieren, empfiehlt sich Gold deshalb als Beimischung, um so die Korrelation auszugleichen. Dies verringert die Gesamtschwankungen des Portfolios. Es sollte jedoch nur einen geringen Anteil im Depot einnehmen. Experten empfehlen, maximal 10 Prozent des Vermögens in Gold zu investieren. Als Einzelanlage ist Gold für gewöhnlich nicht zu empfehlen.

6. Gold ist günstig

Gold ist tatsächlich teuer, und die Nachfrage treibt den Preis in die Höhe. Beim Kauf von Gold müssen Anleger neben dem reinen Goldwert auch mit hohen Aufschlägen und Gebühren rechnen.

Leider ist das Gegenteil der Fall. Gold ist tatsächlich teuer und die enorme Nachfrage – sowohl von Privatanlegern als auch von Staaten wie China – treibt den Preis in die Höhe. Zudem liegt der Preis von Goldbarren und Goldmünzen häufig über dem Goldpreis, der an den Börsen gehandelt wird.

Beim Goldkauf zahlen Anleger außerdem nicht nur den reinen Goldwert, sondern es fallen auch zusätzliche Aufschläge und Gebühren an. Insbesondere, wenn die Anlagesumme gering ist, können diese verhältnismäßig teuer kommen. Selbst die laufenden Kosten für Gold sind nicht zu vernachlässigen, etwa für Bankschließfächer oder Versandkosten.

Jeder Händler legt seine eigene Gewinnspanne fest, die er auf den Goldpreis aufschlägt, um von dessen Verkauf profitieren zu können. Um Gewinne zu erzielen, muss der Kursgewinn daher höher ausfallen als die anfallenden Kosten – andernfalls erleidet der Investor Verluste.

7. Gold ist absolut krisensicher

Auch diese Aussage ist nicht ganz richtig. Ja, Gold hat Kriege, Depressionen und zahlreiche Währungsreformen überstanden, es ist also in gewisser Weise krisensicher. Zutreffend ist auch, dass Gold, anders als Papiergeld, nicht unbegrenzt vermehrt werden kann, weshalb es als seltener, begehrter Rohstoff immer gefragt sein wird.

In der Vergangenheit stiegen die Goldpreise in Krisenzeiten immer wieder stark an, so zum Beispiel am Schwarzen Montag, nach dem Platzen der New Economy Blase, der Finanzkrise von 2008 oder der Eurokrise. Zeitgleich verloren Aktien deutlich an Wert. Deshalb kann es im Falle einer Wirtschaftskrise durchaus sinnvoll sein, kleine Goldbarren oder Goldmünzen zu Hause oder in einem Schließfach aufzubewahren, um sie notfalls als alternatives Zahlungsmittel zu nutzen.

Allerdings ist auch Gold nicht vollkommen krisensicher. Da mehr als die Hälfte der weltweiten Goldreserven bei Zentralbanken lagern, könnten diese theoretisch den Markt mit Gold überschwemmen und so den Preis drücken.

In der Geschichte gab es zudem vereinzelt sogenannte Goldverbote im Zusammenhang mit Währungskrisen. In solchen Fällen mussten Privatpersonen ihr Gold an den Staat abgeben und wurden in der Landeswährung dafür entschädigt. Beispiele hierfür sind die Weimarer Republik oder die USA von 1933 bis 1974. Für Investoren bedeuten solche staatlich verordneten Goldverbote verständlicherweise immense Verluste.

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